Patch Management
Jeder Patch, der in Produktion geht, läuft denselben risikobasierten Weg: identifizieren, bewerten, priorisieren, testen, im Vier-Augen-Prinzip freigeben, ausrollen und dokumentieren. Kritische Fixes werden schnell umgesetzt, risikoarme Arbeiten fahren im regulären Release-Zyklus mit, alles ist nachvollziehbar.
Prioritätsklassen und Umsetzungsfristen
Was im Scope liegt
Betriebssysteme, Container- und Runtime-Komponenten (Docker, Kubernetes, soweit administriert), Applikationen (eigenentwickelt und Standardsoftware), Drittanbieter-Bibliotheken und Abhängigkeiten, Datenbanken, Cloud- und Infrastrukturkomponenten unter administrativem Einfluss sowie Sicherheitskomponenten (Firewalls, Endpoint-Security, IAM/SSO, Monitoring, Security-Tools).
Bei vollständig gemanagten Services (SaaS, Managed Databases, Cloud-Plattformdienste, Hosting-Basisinfrastruktur) liegt das Patching der zugrunde liegenden Plattform im Shared-Responsibility-Modell beim Anbieter. Unser eigener Scope umfasst dann weiterhin kundenseitig administrierte Konfigurationen und Workloads, Aktualisierung eigener Anwendungen und Deployments, Bewertung providerseitiger Security Advisories sowie Risikobewertung und Nachverfolgung relevanter Sicherheitsupdates.
Die sieben Grundsätze
Fristüberschreitungen und Kompensationsmaßnahmen
Lässt sich ein Patch nicht innerhalb seines Fensters umsetzen, entscheidet die technische Leitung nach Team-Abstimmung und dokumentiert Begründung und Kompensationsmaßnahmen im zugehörigen Pull Request oder in der technischen Dokumentation. Typische Kompensationsmaßnahmen: Konfigurationsanpassungen, Deaktivierung nicht erforderlicher Funktionen, verschärfte Zugriffsbeschränkungen, zusätzliche Überwachung oder organisatorische Einschränkungen bis zur Umsetzung.
Nachweise
- Patch-bezogene Artefakte und Nachweise werden mindestens ein Jahr aufbewahrt.
- Die Dokumentation umfasst betroffene Komponente, Quelle des Patches, Priorität, Datum der Bewertung, Datum der Umsetzung, verantwortliche Rollen, Prüfergebnisse und ggf. Abweichungen oder Kompensationsmaßnahmen.
- Manuelle Testnachweise liegen im Pull Request. Automatisierte Testnachweise liegen in den Azure-DevOps-Pipelines.